Allergien

 

Der Begriff "Allergie" bedeutet laut dem Pschyrembel:

 

"Angeborene oder erworbene spezifische Änderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems gegenüber körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen, die als Antigen erkannt werden."

 

Das bedeutet, der Körper reagiert auf normale Umwelteinflüsse wie auf einen eindringenden "Feind":

Schutzkräfte des Körpers (in diesem Fall das Gewebshormon "Histamin") werden alarmiert und Drüsenzellen sondern "Gewebsflüssigkeit" ab, die zu Schwellung führt, die verhindern soll, das der "schädliche" Stoff noch weiter in den Körper eindringt.

 

Allergien gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der heutigen Zeit. Schätzungsweise 25 – 30 % der Bevölkerung in Industriestaaten sind davon betroffen.

Man unterscheidet 4 Typen von "Allergenen":

  • Inhalationsallergene - atmen wir ein: Pollen (48%), Schimmelpilze (8%), Hausstaub/-Milben (25%), Tierepithelien (18%), Sonstige (1%)
  • Ingestitionsallergene - nehmen wir mit der Nahrung auf: Nahrungsmittelallergene, z.B. Erdbeeren, Nüsse, Tomaten, Kiwi
  • Kontaktallergene - nehmen wir über die Haut auf : Salbengrundlagen, Nickel, Latex, Kosmetika,Reinigunsmittel
  • Injektionsallergene - dringen durch einen Stich in den Körper ein: meist tierische Gifte, wie Bienen- oder Wespengift, Röntgenkontrastmittel, Medikamenteninhaltsstoffe (Penicillin, Sulfonamide)

 

Auch in der chinesischen Medizin werden die Allergien mit der Abwehrreaktion des Immunsystems in Zusammenhang gebracht. Während die westliche Medizin die Allergien hauptsächlich symptomatisch behandeln kann,

will die chinesische Medizin die "Disbalancen", also die Krankheiten, ursächlich behandeln,

um die Gesundheit = "Balance"wieder herzustellen.

Die äußerlich erkennbaren Symptome der Allergien sind Ausdruck einer inneren Dysregulation und –funktion.

Dank der ganzheitlichen Denk- und Behandlungsweise kann die TCM die Symptome relativ schnell lindern oder beseitigen und das gestörte Immunsystem regulieren.

 

Das chinesische Äquivalent für Allergen ist die "Windansammlung". Bei einer Fehlfunktion des Abwehrsystems kann der Wind durch Haut und Schleimhaut in den Körper eindringen. Hier sammelt er sich an und führt zu einer Fehlsteuerung der Schutzbarriere.

Die Chinesen beschrieben in der Geschichte der Medizin als erste eine Krankheit mit typischen allergischen Symptomen:

 

Das allergische Asthma. Sie nannten es " Xiao - chuan" (geräuschvolles Atmen)

und

Die allergische Rhinitis – Pollinosis – "bi yuan" (Nasenpfütze)

Typische allergische Symptome wie Juckreiz, Niesen, Husten werden dem Funktionskreis "Lunge" zugeordnet.. Die Lunge ist das äußerste der 5 Yin- Organe und das Mittlerorgan zwischen Organismus und Umwelt. Sie schützt vor äußeren pathogenen Faktoren, lässt die gesunden, Kraft spendenden Einflüsse nach innen passieren und gibt Schadstoffe nach außen ab.

Die Körperoberflächen, Haut und Schleimhaut, gehören zur Lunge, auch die Nase und der Dickdarm. Die Außenbegrenzungen stellen die Schutzbarrieren des Körpers dar, sie werden durch die Lunge kontrolliert:

  • Schleimhäute des Nasen- Rachenraumes und der Lunge. Sie schützen den Körper vor dem Eindringen pathogener Faktoren durch die Atemluft, z.B. Wind, Kälte, Hitze, Trockenheit, Nässe
  • Schleimhaut des Dickdarmes. Er eliminiert exogene Schadstoffe und Krankheitserreger aus der Nahrung.

 

Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch folgende Symptome:

    • Niesen
    • Schnupfen
    • Jucken der Nase , des Rachens und der Konjunktiven
    • wässrige nasale Hypersekretion
    • als Sekundärinfektion eine Sinusitis
    • trockener Husten
    • Kurzatmigkeit
    • Luftnot
    • systemische Reaktionen wären: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl

 

Atopisches Ekzem- Neurodermitis – "Wind in den vier Beugen"

Die Neurodermitis verläuft in Schüben , die häufig durch Wind ausgelöst werden. Westlich wird dann von einer allergischen Auslösung gesprochen, z. B. Hausstauballergie.

Diese allergische Erkrankung kommt familiär gehäuft vor, weshalb man von einer genetischen Disposition ausgeht.

In der TCM spricht man von einer Störung in der Bildung des Wei- Qi (Abwehr- Qi).

Das Abwehr- Qi nährt und befeuchtet die Haut und schützt den Körper vor äußeren pathogenen Faktoren.

Ist das Wei- Qi schwach, kann Wind eindringen und sich in der Haut festsetzen.

Ekzem und Asthma haben die gleiche allergische Wurzel, nämlich eine Schwäche der Abwehr-Qi- Systeme der Lunge und Niere.

Ein Ekzem, da schon im Kleinkindalter auftritt, geht oft einem Asthma voraus. Man kann sogar feststellen, sobald sich das Ekzem bessert, tritt das Asthma auf, besonders dann, wenn die Symptome der Haut mit Kortikoiden unterdrückt wurden.

Die Erkrankung sucht sich sozusagen eine andere Ebene und befällt nun die Lunge. Der umgekehrte Fall ist auch möglich.

 

Die Haut wird auch durch die Niere genährt und befeuchtet, deshalb ist sie auch an der Entstehung eines Ekzems beteiligt.

Die Auslösung des atopischen Ekzems über die psychische Komponente ist möglich.

Juckreiz kann durch unterdrückte Emotionen und ungelöste Konflikte entstehen, da der Funktionskreis Niere geschwächt ist.

Auch hier kann die chinesische Medizin zur Linderung beitragen.

 

Bei Asthma und allergischer Rhinitis kann man auch in der beschwerdefreien Zeit, dem Winter, die allergische Wurzel behandeln und das Immunsystem stärken: häufig stellen sich die Symptome im Frühjahr und Sommer schwächer oder gar nicht mehr dar.


Die westliche Behandlung beschränkt sich häufig nur auf eine symptomatische Behandlung mit cortisonhaltigen Präparaten, Inhalatoren, die die Bronchien erweitern, Anti-Histamin Präparaten und Cromoglycinsäure, die zur Stabilisation der Gewebszellen beitragen soll.

Bei einer Behandlung mit Akupunktur und Chinesischer Pharmakologie brauchen die westlichen Präparate vorerst nicht abgesetzt werden. Bei Besserung der Symptome kann man damit beginnen, sie langsam auszuschleichen.

siehe Heuschnupfen